Die ehemalige Samtgemeinde Hadeln

Wohnen, wo andere Urlaub machen. Ganz im Norden der Region Cuxland direkt an der Elbmündung liegt das Gebiet der ehemaligen Samtgemeinde Hadeln. Mit den Mitgliedsgemeinden Neuenkirchen, Nordleda, Osterbruch und dem Nordseebad Otterndorf umfasst das Gebiet eine Fläche von ca. 101 Quadratkilometern mit etwa 10.200 Einwohnern.

Hadeln- für Fremde ein eigentümlicher Name für eine kommunale Einrichtung- und doch wird damit uraltes Namensgut lebendig gehalten. Haduloha – „Kampfwald“ -, so wurde diese Gegend im ältsächsischen Gau Wigmodi einmal bezeichnet und umfasste im Mittelalter die gesamte Gegend zwischen Elbe- und Wesermündung.

Das Leben im schönen Elbe-/Weser-Dreieck hat die Menschen geprägt. Der gemeinsame Kampf gegen das nasse Element hat diesen Menschenschlag selbstbewusst gemacht und so wussten sie sich dem Zugriff verschiedener Landesherren immer wieder geschickt zu entziehen, die diese einst „reiche“ Landschaft gern unterjocht hätten. Aber noch eines bewirkte der gemeinsame Kampf gegen das Meer – das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bewohner dieses Landes. So war es eigentlich selbstverständlich, als im Rahmen der Verwaltungsreform auch das alte Land Hadeln in den Landkreis Cuxhaven aufging, sich die verbleibenden Gemeinden des ehemaligen Hadler Hochlandes zur Samtgemeinde Hadeln mit Verwaltungssitz in Otterndorf zusammengeschlossen haben.

Otterndorf ist das wirtschaftliche Zentrum der ehemaligen Samtgemeinde Hadeln. Tourismus, Familienfreundlichkeit, maritime Romantik, ein grüner wehrhafter Deich und eine geschichtsträchtige Altstadt charakterisieren die „Grüne Stadt am Meer“. Otterndorf ist das jüngste Nordseebad an der niedersächsischen Küste. Liegt der Ursprung der Stadt noch in einer natürlichen Erhebung am Ostufer der Medem, so hat sich Otterndorf im Laufe der Jahrhunderte in alle Richtungen ausgedehnt. Seit Anfang 1980 sind in rasanter Entwicklung 15 Baugebiete mit 700 Baugrundstücken erschlossen worden.

Besonders für Familien bietet das Nordseebad Otterndorf ein abwechslungsreiches Erlebnisspektrum. Mit rd. 500.000 Übernachtungen jährlich dokumentiert Otterndorf seine Beliebtheit und Akzeptanz als Urlaubsort. Das Zentrum des Tourismus ist das Ferien- und Freizeitgebiet „See achtern Diek“ mit seinen modernen Ferienhäusern, dem mehrfach ausgezeichneten Campingplatz, den großzügigen Spielplatzanlagen, den Badeseen „Nord- und Südsee“, dem Seglerhafen sowie dem Grünstrandbereich. Der 2002 eingeweihte Wasser- und Landschaftspark „Neu-Seeland“ bietet ein schönes Ambiente für alle
Wassersportarten und ausgedehnte Spaziergänge. Hier wurde ein Ringsystem geschaffen, dass den Nord- und Südsee sowie das gesamte Ferien- und Freizeitgebiet verbindet.

Die Spiel- und Spaß-Scheune mit Riesenrutsche, einem Kletterberg mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen, einer Trampolinanlage und vielem mehr ist eine Attraktion, die insbesondere bei unbeständiger Witterung ein Eldorado für die Kleinen und Kleinsten darstellt. In der ab Mai 2009 in Betrieb befindlichen Spiel- und Sporthalle “Satz & Spiel” könne Jugendliche von 12 – 20 Jahren Fußball oder Volleyball spielen und an Simulationsgeräten ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.

Das neue Gästezentrum am “Norderteiler Weg” bietet Räumlichkeiten für private Festlichkeiten. Auch kulturelle Veranstaltungen der Stadt werden hier angeboten. Ein gemütliches Kaminzimmer lädt zum Verweilen ein, während die Kinder und Jugendlichen in den Spielhallen ihrem Vergnügen nachgehen. Die “Seelandhallen Achtern Diek” bieten für die ganze Familie ein rundes und buntes Unterhaltungsangebot.

Wasser bestimmt das Leben in Otterndorf. Alle Gewässerarten sind hier anzutreffen. Das Meer mit Strandvergnügen und Wattlaufen, der Hadelner Kanal, die Badeseen sowie das harmonisch durch Otterndorf verlaufende Flüsschen Medem. Ein großzügiges Wellnesszentrum mit der Sole-Therme, einer neuen Saunalandschaft und integrierter Physiotherapie-Praxis runden das kompakte touristische Angebot ab.

Straßenverkehrlich ist das Nordseebad Otterndorf an der Bundesstraße 73 gelegen, rund 18 km östlich von Cuxhaven. Die in der Stadt befindlichen wirtschaftlichen Unternehmen sowie die Touristen erfordern aber auch die günstige Anbindung an das Schienennetz der Deutschen Bahn AG. Die Funktionalität des Otterndorfer Bahnhofes wird heutigen modernen Ansprüchen gerecht. Die wirtschaftliche Struktur ist geprägt durch Dienstleistung und Einzelhandel, Druck- und Verlagswesen, Lebensmittel-, Veredelungs- und Tiefkühlwirtschaft, Landhandel, Metallverarbeitung, Bauhandwerk, Behörden und öffentliche Dienstleistungen, Krankenhaus und Ärzte.

Neben den zahlreichen Stätten für Sport-, Spaß- und Freizeitaktivitäten bietet die Samtgemeinde Hadeln alle Schulformen (einschließlich der gymnasialen Oberstufe), Kindertagesstätten, mehrere museale Einrichtungen, Alten- und Pflegeheim, ein Jugendzentrum, viele behördliche Einrichtungen sowie die in allen Mitgliedsgemeinden modernisierten Dorfgemeinschaftshäuser. All diese Einrichtungen bilden eine attraktive Angebotsstruktur, die von den Bürgerinnen und Bürgern intensiv genutzt werden und die Samtgemeinde Hadeln zu einem beliebten Wohn- und Lebensort machen.

Neuenkirchen liegt etwa 4 Kilometer südlich von Otterndorf. Das „kerkspel“ Nyenkerken, wie die heutige Gemeinde Neuenkirchen in alten Schriften heißt, erfährt seine erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1347. Dort wird ein rector ecclesiae – der Pfarrer – von Nygenkerken genannt. Der Ortsteil Dörringworth wurde bereits 1139 urkundlich erwähnt. Die auf dem hohen Ufer der Medem liegende Siedlung dürfte aber sehr viel älter sein. Der Überlieferung nach gehört die Maria geweihte Kirche mit zu den ältesten Kirchen im Hadler Hochland.

Die 1931 an der „Dorfstraße“ neu errichtete Schule trägt den Namen des wohl bekanntesten Neuenkircheners: Hinrich Wilhelm Kopf (1893 – 1961) war zunächst Landrat in Hadeln und nach dem Zweiten Weltkrieg von 1946 bis 1955 niedersächsischer Ministerpräsident.

Heute wird die Gemeinde Neuenkirchen durch Grünland-, Getreide- und Obstanbau geprägt. Dennoch hat sich das Handwerk einen Platz erhalten: eine Zimmerei und Tischlerei, ein Dachdecker, ein Fliesenleger, ein Malerbetrieb, ein Bäcker, ein Fleischer und ein Unternehmen zur Herstellung von Fruchtsaftkonzentrat bieten örtliche Arbeitsplätze.

Nordleda ist eine der ältesten Landgemeinden in der Samtgemeinde Hadeln. Bereits 1312 wird ein Pfarrer zu Nordleda urkundlich erwähnt. Die Kirche ist dem St. Nicolaus geweiht und soll um 1200 errichtet worden sein.

Die weite Marschenlandschaft mit ihren landwirtschaftlich genutzten Flächen macht den Reiz von Nordleda aus. Der Kern der Gemeinde bestand einstmals aus einem in das Wester-, Mittel- und Osterteil gegliederten 5 km langen Straßendorf, den Siedlungen Heringskoop und Oberwetternteil sowie dem Kamperteil am Rande der Wannaer Geest. Heute sind diese ehemals separaten Siedlungen längst zusammen gewachsen. Feuerwehr, DRK, Gesang-, Schützen- und Sportverein prägen das kulturelle Leben der kleinen Gemeinde.

Osterbruch liegt im Osten der Samtgemeinde Hadeln, 4 Kilometer von Otterndorf entfernt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1207. Getreideanbau und Grünlandwirtschaft bestimmen das Bild der weiten Marschenlandschaft.

Die Pferdezucht hat den Ort über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht. Das wohl bekannteste Turnierpferd „Deister“ erreichte unter Paul Schockemöhle Weltruhm. Ein Deister-Denkmal steht im Ortsmittelpunkt. Im Süden des Dorfes steht eine alte Korn-Windmühle, die besichtigt werden kann.